«Mit diesem Lehrgang wollen wir die Energiewende aktiv begleiten»

Zusammen mit der EPFL hat Swisspower das international ausgerichtete Executive Training «Governing Energy Transition» (GET) zum Umbau des Energiesystems lanciert. Welche Impulse der Studiengang vermittelt, erklärt Studiengangleiter Prof. Dr. Matthias Finger von der EPFL.

Das aktuelle Weiterbildungsangebot im Energiebereich ist gross. Was unterscheidet den Studiengang GET von anderen Angeboten, die sich der Energiezukunft widmen?

Wir haben die heute existierenden Weiterbildungsangebote in der Schweiz eingehend analysiert und sind zum Schluss gekommen, dass ein Angebot fehlt, das spezifisch auf die institutionelle Begleitung (Governance) der Energiewende in der Schweiz abzielt. Die meisten Angebote sind generisch und ziemlich abstrakt. Sie können zwar Wissen zu globalen Trends in Technologie, Märkten oder Policy vermitteln. Wenn es darum geht, diese Trends auf die Praxis herunterzubrechen oder mit der Energiestrategie 2050 in Beziehung zu bringen, scheitern sie aber. Mit GET wollen wir explizit die Herausforderungen angehen, mit denen die involvierten Akteure – Stadtwerke, Swissgrid, Verwaltung und Politik auf den verschiedenen Staatsebenen – bei der Umsetzung der Energiestrategie 2050 konfrontiert sind. Deshalb laden wir genau diese Akteure ein, damit sie aus ihren konkreten Erfahrungen berichten und mit wissenschaftlichen Erkenntnissen konfrontiert werden. Mit anderen Worten: Wir wollen mit diesem Lehrgang die Energiewende direkt mitgestalten oder zumindest aktiv begleiten – und nicht nur darüber sprechen.

Wie hat Swisspower bei der Lancierung des Studiengangs mitgewirkt?

GET und Swisspower teilen die gleiche Philosophie: Die Energiewende findet Stadt! Der Staat definiert die Rahmenbedingungen der Energiewende, die Stadtwerke setzen sie um. Es ist deshalb nur logisch, dass sich Swisspower zusammen mit dem BFE als Partner von GET engagiert. Swiss­power hat bei der Konzipierung des Studiengangs mitgewirkt und uns die Türen zu den Stadtwerken geöffnet, die ihrerseits einzelne Module hosten, selber aktiv mitmachen und Teilnehmende anmelden. Der CEO von Swisspower, Ronny Kaufmann, bringt sich ebenfalls direkt ein. 

Wenn Sie ans Feedback der bisherigen Teilnehmenden denken: Welchen Nutzen von GET haben diese in ihren Bewertungen besonders hervorgehoben?

Vor ein paar Tagen hat mir ein früherer Teilnehmer des Studiengangs, der Leiter eines kantonalen Amts für Energie, mitgeteilt, dass die von ihm redigierte Rede seines Regierungsrats zur Energiewende hoch gelobt worden sei. Das sei GET zu verdanken. Aber Spass beiseite: Neben den konkreten Inputs von nationalen und internationalen Experten schätzen die Teilnehmenden in erster Linie das Netzwerk, das sie dank GET knüpfen, und den direkten Zugang zu den Akteuren, die die Energiewende in der Schweiz aktiv gestalten.

Für welche Fach- und Führungspersonen von Stadtwerken eignet sich der Studiengang besonders?

Er zielt, was die Stadtwerke betrifft, auf mittlere und höhere Kader ab. Diese profitieren am meisten von den Inhalten und Kontakten, die GET schafft. Neulich hat sich sogar der CEO eines grossen Stadtwerks eingeschrieben! 

Was verleiht dem Studiengang seinen speziellen Charakter?

GET ist nicht einfach eine Weitervermittlung von Wissen, sondern ein kollektiver Problemlösungsprozess in einer dem Lernen förderlichen Atmosphäre. Sowohl die Referenten als auch die Teilnehmenden tragen durch ihr Lernen zum Gelingen der Energiewende bei.

Infos und Anmeldung: www.energy-transition.ch